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ChafitzBoris

Der König der...


Chafitz Boris komplett

Boris-Figuren

Nun drehen wir das Rad der Schachcomputergeschichte weit zurück in das Jahr 1978. Die ersten Microprozessoren waren auf dem Markt, der Intel 8080, Markteinführung 1974, der erste vollwertige Micro überhaupt, verbaut im Fidelity Chess Challenger 1 von 1977, dem ersten Schachcomputer überhaupt und den ich leider nicht in meiner Sammlung habe, der legendäre Z80 von Zilog, Markteinführung 1976, verbaut im Chess Challenger 10 von 1978 und der Fairchild F8 von 1975, verbaut im Novag Chess Champion MK I von 1978 und im Chafitz Boris von 1978. Das war die Zeit des (Schach-) Computeraufbruchs.

„Why not make the „Great Escape“ with a great new friend, BORIS“, fragte der Werbetext. Der Chafitz Boris ist wirklich eine „tolle Kiste“ im besten Sinne, denn er kam in einer Kiste von der Größe einer Schachfigurenkiste daher, in die auch bequem ein Figurensatz mit Königshöhe 114 mm passen würde. Oder er kam als – Bausatz daher, ja genau, als Bausatz! Diesen Bausatz hätte ich gerne und zwar nicht aufgebaut! Nun gut, ich träume weiter…! Zum Glück ist die Aufbauanleitung verfügbar. Dieser Bausatz war wohl auch der Grund, warum etliche Boris-Exemplare recht schlampig verarbeitet waren. Sie wurden wohl von "bastelnden Schachspielern" mehr recht als schlecht zusammengelötet, der Anzeigentext verhieß ja auch: „You don’t have to be an electronic expert to assemble this electronic masterpiece“. Die Hauptsache war ja wohl, dass er nach dem Zusammenbau funktionierte...


"Boris is King"

Boris denkt

Der Name Boris stammt wohl noch aus dem kalten (Schach-) Krieg und sollte anscheinend daran erinnern, dass nach einem kurzen 4-jährigen „Ausrutscher“ mit Namen Bobby Fischer, mit Anatoli Karpow, einem Sowjetrussen, in der Schachwelt die alten Kräfteverhältnisse wieder hergestellt waren. „Boris in the Box“, hat wirklich etwas. Da das 16-Segment-Display nur 8 Stellen darstellen kann, kann man das virtuelle Schachbrett mit der „Rank“-Taste Reihe für Reihe durchscrollen. Wenn Boris „denkt“, dann kann man sogar die Figuren auf dem virtuellen Schachbrett hüpfen sehen. Die Symbole für die Schachfiguren waren in ihrer Art einzigartig und standen in der 7. und 8. Reihe sogar auf dem Kopf!


Boris Figurensymbole

„Boris, der sprechende Schachcomputer“, sagte die Werbung – na, ja, sprechen konnte er nicht wirklich, aber er sendet 80 verschiedene Kommentare über das Display, in Englisch sogar, und nicht in russischer Sprache ;-)! So fragt er z.B. „Dr. Lasker I presume?“ oder "Are you another computer?", nicht immer zur passenden Zeit, aber das wäre ja auch zuviel verlangt.

Boris Bausatz
Boris Bausatz (Klick z. Vergrößern)

Nett ist der Resetknopf, welcher in den Einschaltknopf integriert ist! Andere Schachcomputer haben diesen Resetknopf, wenn überhaupt, irgendwo versteckt auf der Rück- oder Unterseite. Nicht so Boris - hier prangt er auf der Oberseite für jeden sichtbar und jederzeit ohne Probleme bedienbar! Wahrscheinlich muss er doch öfter betätigt werden?


Boris Resetknopf

Das mitgelieferte Schachbrett ist aus Pappe - es gibt zwar nicht sehr viel her, aber es gehört nun mal zu einem vollständigen Boris. Weiterhin gibt es eine Übersicht über alle 80 Boris-Sprüche, und zwar in Englisch und die deutsche Übersetzung dazu - nun gut, auch diese Übersicht gehört der Vollständigkeit halber nun mal dazu!

Die Originalverpackung des "Elektronischen Meisterstücks" ist ein, na ja, hässlicher Pappkarton mit "Boris"-Aufschrift. Er macht den Boris perfekt.

Ach ja, was Boris nicht hatte, war ein Eröffnungsbuch.

Ich denke, ich wandele den Werbespruch von 1978 etwas um: Boris ist der König der...Bausatz-Schachcomputer! Wieviele Schachcomputer gab es da überhaupt in dieser Kategorie? ;-)

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Zuletzt geändert am 14.09.2017 17:33 Uhr